Jeu de Paume

Das Jeu de Paume (französisch für Spiel mit der Handinnenfläche) ist ein Vorläufer des Tennis.

Als Jeu de Paume werden auch die Säle bezeichnet, in denen dieses Spiel gespielt wurde. Einer davon befand sich im Schloss von Versailles; in ihm fand der Ballhausschwur (Serment du Jeu de Paume) statt, bei dem am 20. Juni 1789 die Mitglieder der Nationalversammlung schworen, nicht eher auseinanderzugehen, bis Frankreich eine Verfassung habe. Jacques-Lous David hat den Ballhausschwur auf einer lavierten Federzeichnung dargestellt, die die Vorlage für ein Gemälde im Sitzungssaal der Nationalversammlung in Paris sein sollte.

Im 16. Jarhundert gab es in Paris 250 Spielplätze für das Jeu de Paume. Mitte des 19. Jahrhundert war nur noch ein Saal übriggeblieben; dieser wurde 1861 abgerissen, um der Opéra Garnier Platz zu machen. Als Ersatz ließ Napoleon III. im Jahr 1862 einen neuen Saal im Tuilerien-Garten errichten. Dieser wurde 1907 ein Museum. Zur Zeit der deutschen Besetzung von Paris 1940 bis 1944 war das Museum Sammelpunkt für beschlagnahmte Kunstwerke aus den Sammlungen jüdischer Eigentümer; insgesamt 22.000 Kunstwerke wurden dort vorübergehend aufbewahrt. Bis 1986 beherbergte das Gebäude das Musée du Jeu de Paume mit vielen bedeutenden Werken des Impressionismus, die heute im Musée d'Orsay ausgestellt sind. Heute befindet sich hier die Galerie Nationale du Jeu de Paume mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

8.11.05 06:34

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